Kiel
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Kannst Du schwimmen?

Von Dorothee Gerke

Mädchen mit Bronze-Schwimmabzeichen, um 2005. © Dorothee Gerke.

Schwimmen war einmal so selbstverständlich wie Laufen oder Radfahren. Heutzutage lernen immer weniger Kinder und Erwachsene zu schwimmen. Die Gründe hierfür und die daraus resultierenden Gefahren sind vielfältig, aber auch die Angebote dieses Phänomen zu ändern sind zahlreich vertreten.

Kiels geographische Lage bietet vielfältige Möglichkeiten, sich im Wasser zu betätigen. Grundlegend hierfür ist die Fähigkeit sich sicher im Wasser bewegen zu können. Doch die Pandemie hat eine ohnehin vorhandene Tendenz verstärkt.

Nichtschwimmer*innen bilden oftmals eine große Angst vor dem Wasser aus. Außerdem müssen sie sich in ihrem alltäglichen Leben einschränken, da sie Kindergeburtstage von Freund*innen nicht besuchen können, wenn diese im Schwimmbad veranstaltet werden, im Urlaub keine klassischen Aktivitäten, wie bspw. Surf-Kurse oder Schnorchelausflüge belegen können oder generell mit ihren Freund*innen keine unbeschwerten Strandausflüge bestreiten können. Die allgemeine Gefahr, ins Wasser zu fallen und aufgrund der eigenen Schwimmunfähigkeit zu ertrinken, ist nicht zu vernachlässigen.

Surfkurs am Strand, um 2008. © Dorothee Gerke.

Die Gründe, weshalb immer weniger Kinder und Erwachsene schwimmen lernen, sind vielfältig. Die Angst vor dem Wasser, der nicht richtig begegnet wird, kulturelle oder religiöse Hintergründe oder negative Erlebnisse im Wasser, sind einige Beispiele. Doch auch die langen Wartelisten bei den Schwimmschulen und Vereinen und der möglicherweise finanzschwache Hintergrund der Personen müssen als Gründe berücksichtigt werden. Auch die temporäre Schließung der Bäder, ausgelöst von der Corona-Pandemie, ist ein weiterer Punkt für die steigende Rate an Nichtschwimmer*innen seit 2020.

Mädchen mit Schwimmweste, um 2005. © Dorothee Gerke.

Bereits Babys können im Umgang mit Wasser geschult werden, sodass sogar Kleinkinder im Alter von drei Jahren dazu in der Lage sind, sich eine kurze Zeit über Wasser zu halten und ihr Seepferdchen-Abzeichen ablegen können. Als sichere Schwimmer*innen gelten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, jedoch kann auf dieser Grundlage gut aufgebaut werden, so dass sie ihr Schwimmabzeichen Bronze ablegen können und folglich als sichere Schwimmer:innen eingestuft werden können. Es gibt viele verschiedene Kieler Vereine und Schwimmschulen, die Wassergewöhnungs-, Anfänger- und Aufbaukurse anbieten.

Neben den Kieler Vereinen und Schwimmschulen, die auch Kurse für Schwimmer*innen anbieten, die ihre Technik verbessern wollen, gibt es das Schwimmprojekt von der DRK Wasserwacht, das sich explizit an Kinder aus finanzschwachen Familien richtet. Die städtische Initiative „Auf Bronzekurs“ bietet in den Schulferien Schwimmkurse in den Kieler Bädern – zum Beispiel im Hallenbad Schilksee – an, die eine geringe Teilnahmegebühr erfordern. Außerdem verfügt die Stadt Kiel über ausreichend Kapazitäten an Lehrschwimmbecken, sodass alle Kieler Grundschulen den im Lehrplan vorgeschriebenen Schwimmunterricht eigentlich erteilen könnten.