Ines Lenkersdorf

Veranstaltungsabteilung der Verlage Suhrkamp und Insel, Berlin

Unsere Abteilung organisiert Lesereisen und auch einzelne Veranstaltungen für unsere Autor*innen. Aktuell arbeite ich noch an der Veranstaltungsplanung für das Herbstprogramm 2022, d.h. ich prüfe in Kooperation mit den von mir betreuten Autor*innen sowie den Veranstalter*innen, wie und wo Termine noch mit in den Leseplan eingebunden werden können. Mit Beginn der Frankfurter Buchmesse stehe ich bereits mit einem Bein im Frühjahrsprogramm 2023, lese mich langsam in die kommenden Bücher ein, verschaffe mir einen Überblick darüber, welche Veranstaltungsorte sich thematisch anbieten, und nehme Kontakt zu den jeweiligen Autor*innen und den Kolleg*innen an den Veranstaltungsorten auf.

Meine Arbeit gestaltet sich sehr divers. Sie reicht von Akquisegesprächen mit den Veranstalter*innen bis hin zu rein organisatorischer Arbeit wie Buchungen jeglicher Art und Informationsbeschaffung darüber, wann und wo die Autor*innen eintreffen sollten etc. Deshalb ist es schwierig, zu sagen, was ich generell am häufigsten mache. Es ist immer ein besonderer Augenblick, wenn ich bei den Veranstaltungen zugegen sein kann, die ich mitorganisiert habe. Das ist vor allem bei Buchpremieren in Berlin der Fall. Es freut mich immer wieder, zu sehen, wie an solch einem Abend alle Aspekte ineinandergreifen und schließlich Autor*in, Moderator*in, Veranstalter*in und Publikum beschwingt nach Hause gehen, nachdem sie im besten Fall noch etwas voneinander lernen konnten.

Ich habe im Master Medienwissenschaft und Deutsch mit Schwerpunkt Gegenwartsliteratur / Literaturvermittlung studiert und bin dann ganz klassisch über ein vorheriges Volontariat in dieser Abteilung hier gelandet. Allem voran ist für meinen Beruf natürlich ein umfassendes Grundinteresse am aktuellen Literaturbetrieb von Wichtigkeit. Ferner ist es hilfreich, selbstorganisiert zu arbeiten, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und sensibel im zwischenmenschlichen Umgang zu sein.

Mitte Rosa-Luxemburg-Straße Suhrkamp-Verlag. Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikim

In Zeiten, in denen die Isolation in der eigenen Blase stetig zunimmt, bieten Lesungen Möglichkeiten, mehr über die Welt außerhalb unserer eigenen zu erfahren. So abgedroschen es sich anhören mag: Literaturveranstaltungen bringen Menschen zusammen. Mit den Autor*innen in Gespräch zu kommen, möglicherweise etwas über die Werkgenese zu erfahren oder auch – bspw. durch eine gute Moderation – einen neuen Blick auf das Buch zu bekommen, ist in meinen Augen unersetzlich. Gerade die Auswirkungen der Pandemie haben gezeigt, wie wichtig solche Zusammenkünfte sind – nicht nur für die Kulturbranche als solche, sondern auch für das Individuum.